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Praxismittelschule                                         Das Grazer Modell des flexiblen Lernens







                         Mastery Learning im Grazer Modell des

                         flexiblen Lernens



                         Ausgangspunkt und Ziel des Grazer Mo­     Bei der Mastery­Learning­Strategie wird
                         dells des flexiblen Lernens ist der Erfolg der   Lehren und Lernen auf eine Weise gestaltet,
                         Lernenden. Es beruht auf dem Ansatz des   die sicherstellt, dass die Schülerinnen und
                         „Mastery Learnings“ (Bloom, 1974) oder in   Schüler alle Kompetenzen erlangen und erst
                         Deutsch „Zielerreichendes Lernen“.       dann weiter aufsteigen, wenn sie ihre Kom­
                                                                  petenz auf hohem Niveau (mastery) unter
                           Dieser Ansatz beruht auf der Annahme,   Beweis gestellt haben (learning).
                         dass alle Schülerinnen und Schüler mit aus­  Dabei wird der Lernstoff in kleine Lernein­
                         reichend Zeit und entsprechender individuel­  heiten mit jeweils eigenen Zielen gegliedert.
                         ler Begleitung fähig sind, gesteckte Lernziele   Kurze diagnostische Tests geben die Informa­
                         mit hohem Erfüllungsgrad zu erreichen. Em­  tionen über Lücken und Stärken. Lernende
                         pirische Studien (Bernitze, 1987) belegen die   gehen nicht zu neuem Lernmaterial über, be­
                         Überlegenheit dieser Lernstrategie gegenüber   vor sie nicht den vorhergehenden und grund­
                         dem traditionellen Unterricht, weil durch sie   legenden Stoff beherrschen.
                         die  Bedeutung  der  Begabungsunterschiede   Der Unterricht ist daher so organisiert, dass
                         für den Lernerfolg verringert, die Einstellung   die Lernenden zeitnahe  und differenzierte
                         der Schülerinnen und Schüler zum Unterricht   Unterstützung und Übungsmaterial erhalten,
                         verbessert und der Leistungsstand aller Schü­  um weiter zu lernen und zu üben, bis sie die
                         lerinnen und Schüler gesteigert werden kann.   Inhalte wirklich beherrschen.


                                            Was ist der Unterschied?


                                                  Traditioneller Unterricht

                                Lehrer/in unterrichtet so, dass es  Gruppierung und Weiterkommen   Beurteilung für alle zur selben zeit
                                   „für die Klasse“ passt.  aufgrund der zeit und des Alters






                                                      Mastery Learning

                              schüler/innen-zentrierter unterricht –   Weitergehen, wenn Lernziel (auf   Beurteilung, wenn der/die Lernende
                              Input für jeden und jede dann, wenn   hohem Level) beherrscht wird  dazu bereit ist
                                    er benötigt wird











                          Abb.2: traditioneller unterricht versus Mastery Learning







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